Gottfried Fuchs-Jugendpreis für Edith-Stein-Gymnasium und VfB Bretten

ESG und VfB Bretten werden für besonderes Engagement um Toleranz und Menschlichkeit ausgezeichnet!

 

Mit dem Gottfried Fuchs-Jugendpreis zeichnen die Fußballverbände in Baden-Württemberg Vereine, Abteilungen oder einzelne Mannschaften aus dem Jugendbereich aus, die entschieden für Menschlichkeit und Toleranz eintreten und sich in außergewöhnlichem Maße gegen Antisemitismus, Rassismus, Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und andere Formen der Diskriminierung engagieren. Unter den ersten drei Preisträgern in ganz Baden-Württemberg befindet sich jetzt auch das Edith-Stein-Gymnasium Bretten in Kooperation mit dem VfB Bretten.

 

Der Namensgeber des Turniers war ein deutscher Fußballnationalspieler jüdischer Herkunft aus Karlsruhe, der unter anderem 1910 mit dem Karlsruher FV Deutscher Fußballmeister wurde. Erinnern und gedenken soll diese Namensgebung an alle jüdischen und anderen diskriminierten Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Funktionäre und Vereinsmitglieder, die nach der Machtübernahme durch die Nazis seit 1933 aus der Gesellschaft und der Fußballfamilie ausgeschlossen wurden. Mit dem Ziel „Gästen ein Gesicht geben“ hat das ESG in diesem Sinne ein gemeinsames Hallen-Fußballturnier der Brettener Gymnasien mit internationalem Flair ausgerichtet – genannt „Gottfried-Fuchs-Cup“. Mit dabei waren nicht nur ein Team der argentinischen Austauschschule aus Hurlingham, sondern auch mehr als 20 geflohene Jugendliche, die im nun zu Ende gehenden Schuljahr die Brettener Gymnasien besuchten. Auf Anfrage von Turnierorganisator Philipp Brüggemann, Lehrer am ESG, waren Jan Kinder und Fabian Schäfer, Jugendleiter bzw. A-Jugendtrainer des VfB Bretten, sofort bereit zu helfen. Einen tollen Erfolg in Sachen Integration verbuchten alle Beteiligten durch die regelmäßige Teilnahme der Schüler der Flüchtlings-Vorbereitungsklassen am Trainingsbetrieb. So wurden bereits im Vorfeld dieses Turniers viele Kontakte geknüpft, wodurch einige der geflüchteten Jugendlichen nachhaltig in das Vereinsleben integriert werden konnten. Außerdem präsentierte rund um dieses Fußballturnier eine Ausstellung neben Gottfried Fuchs weitere ehemalige jüdische Sportler sowie einige Turnierteilnehmer, die ihre Heimat haben verlassen müssen. Sie war von den ESG-Lehrkräften Alexandra Seliger und Peter Fischer gemeinsam mit den Schülern der Vorbereitungsklasse auf die Beine gestellt worden. Für ein rundum gelungenes Turnier sorgte außerdem der Einsatz etlicher ESG-Schüler, die sich als Schiedsrichter und Organisatoren engagierten, oder sich als Teilnehmer der Fair Trade und Tansania AG um das leibliche Wohl kümmerten.

 

Eine Jury unter dem Vorsitz von bfv-Präsident Ronny Zimmermann wählte schließlich die drei Gewinner des Gottfried Fuchs-Preise. „Das Engagement der Fußballvereine und Schulen zeigt auf vielfältige Weise, dass Ausgrenzung und Verfolgung keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. Der Jury war es bei der Bewertung wichtig zu sehen, wie die einzelnen Projekte zukünftig fortgeführt werden sollen“, sagte Zimmermann. Der Jugendpreis, dessen Jury mit Prof. Dr. Monica Heller auch eine Enkelin von Gottfried Fuchs angehört, wird 2017 erstmals verliehen und ist mit insgesamt 10.500 Euro dotiert (1. Platz: 6.000 Euro, 2. Platz: 3.000 Euro, 3. Platz 1.500 Euro). Ebenfalls unter den Top 3 befinden sich der Zweitligist 1. FC Heidenheim sowie der FV Baden-Oos. Die endgültigen Platzierungen der drei Gewinner werden im Rahmen einer Preisverleihung bekanntgegeben, die am Donnerstag, 16. November, um 11 Uhr im Bürgersaal des Karlsruher Rathauses stattfindet.

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